Raucherclubs in Gaststätten?

Schon 21000 Unterschriften für Volksbegehren gesammelt - 06.09.2013

Fast drei Jahre nach dem Rauchverbot kämpft der 52-jährige Ex-Wirt und mittelfränkische Bezirksvorsitzende der Bayernpartei, Wenzel Vaclav Cerveny, wieder für das Rauchen in Gaststätten. Einen Tag lang stand er dafür mit seinem Info-Wohnmobil auch am Erlanger Schlossplatz und sammelte in der Spätsommerhitze Unterschriften für das Volksbegehren „Wahlfreiheit für Gäste und Wirte“. 

Wenzel Vaclav Cerveny.
Wenzel Vaclav Cerveny.
Foto: Heidler


Was wollen Sie mit dem Volksbegehren erreichen?

Wenzel Vaclav Cerveny: Im bayerischen Gesundheitsschutzgesetz soll die Einführung von Raucherclubs erlaubt werden. Das sind mit einem Hinweisschild besonders gekennzeichnete Gaststätten. Außerdem soll eine Innovationsklausel eingeführt werden. Wer eine Filteranlage für etwa 30000 Euro einbaut, darf in seiner Gaststätte das Rauchen erlauben. Ich selbst hatte eine solche Filteranlage in meiner Münchner Kneipe. Die Luft war drinnen besser als draußen vor der Tür.

Was würde der Wegfall des Rauchverbotes für Wirte bedeuten?

Cerveny: Ich selbst hatte durch das Rauchverbot 70 Prozent Umsatzrückgang und musste schließen. Es geht also um kleine Eckkneipen, die offiziell einen Raucherclub für Volljährige betreiben können sollen. Damit wären dann auch alle Nachbarschaftsstreitigkeiten vorbei, wenn Raucher vor die Tür müssen und sich dort lautstark unterhalten. Wir wollen keine Haschischräume. Tabakwaren sind schließlich legale Produkte, die man in jedem Supermarkt kaufen kann.

Wie nahe sind Sie Ihrem Ziel?

Cerveny: Ich bin jetzt seit einem einem Jahr mit meinem Wohnmobil auf Tour. Wir haben für das Volksbegehren zur Wahlfreiheit der Wirte rund 21000 anerkannte Unterschriften gesammelt, darunter auch viele Nichtraucher. Ich selbst rauche auch nicht. Uns fehlen nur noch 4000 Unterschriften. Dann prüft der Landtag den Antrag auf ein Volksbegehren. Dafür hat dieser acht Wochen Zeit. Anschließend müssten zehn Prozent der bayerischen Wahler — rund 940000 — in den Rathaus-Listen zum Volksbegehren unterschreiben.


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